Kindertagesbetreuung

In Berliner Kitas werden Kinder mit und ohne Beeinträchtigungen gemeinsam betreut. Kinder mit einem erhöhten Förderbedarf haben Anspruch auf zusätzliche Personalstunden durch Integrationsfacherzieher*innen. Darüberhinaus stehen weitere Tagesbetreuungsangebote zur Verfügung.

Jedes Kind mit einer Behinderung hat einen Anspruch auf Teilhabe. Die Eltern können sich eine Kindertagesstätte für ihr Kind aussuchen. Keinem Kind darf die Aufnahme in eine Kindertagesstätte aufgrund seiner Behinderung oder chronischen Erkrankung verwehrt werden. Der inklusive Ansatz in den Berliner Kindertageseinrichtungen hat zum Ziel, Barrieren abzubauen, um allen Kindern gleiche Bildungschancen zu eröffnen. Teilhabe bedeutet in diesem Sinne gemeinsames Aufwachsen, Spielen und Lernen. Dennoch ist es sinnvoll, unterschiedliche Einrichtungen zu prüfen, um das passende Umfeld für das eigene Kind zu finden. Auf Wunsch der Eltern können Kinder mit Behinderungen in Gruppen mit heilpädagogischer Ausrichtung betreut und gefördert werden. Außerdem kann die Betreuung auch durch Tagesmütter oder Tagesväter (sogenannte Tagespflegestellen) erfolgen.Besondere Anforderungen an die Versorgung, die sich aus einer chronischen Erkrankung oder einer Behinderung ergeben, werden in allen Betreuungsangeboten berücksichtigt. 

Kindertagesstätten

Kinder haben von ihrem ersten Geburtstag an einen Rechtsanspruch auf einen Kita-Platz mit bis zu sieben Stunden Förderung täglich. Für die Aufnahme eines Kindes mit besonderem Betreuungsanforderungen stellen die Eltern zunächst beim zuständigen Jugendamt (Kita-Gutscheinstelle) einen Antrag auf Kindertagesbetreuung. Die Bearbeitung soll zeitnah innerhalb von maximal 4 Wochen erfolgen. Der Integrationsstatus muss zusätzlich bei der / dem dafür zuständigen Sachbearbeiter* in im Jugendamt beantragt werden.

Für die Förderung und Betreuung eines Kindes mit Beeinträchtigungen wird abhängig vom festgestellten Förderbedarf zusätzliches sozialpädagogisches Personal bereitgestellt. Die für diese Aufgabe eingesetzten Facherzieherinnen und Facherzieher für Integration unterstützen den gemeinsam mit den Eltern und ggf. weiteren Stellen erarbeiteten Förderplan eines Kindes. Für den Antrag ist ein Termin beim Amtsarzt des Kinder- und Jugendgesundheitsdienstes (KJGD) erforderlich. Aus dem Integrationsstatus wird dann der kindbezogene Personalzuschlag abgeleitet. Es wird dabei zwischen einem erhöhten (A-Status) und einem wesentlich erhöhten (B-Status) sonderpädagogischen Bedarf unterschieden. Der Antrag auf einen wesentlich erhöhten sonderpädagogischen Bedarf wird erst nach Aufnahme und Beobachtung des Kindes in der Einrichtung gestellt. Bei der Beantragung ist es hilfreich, von Beginn an die Kindertageseinrichtung einzubeziehen sowie die Unterstützung der Mitarbeitenden im zuständigen Jugendamt, bzw. KJGD in Anspruch zu nehmen. 

Die Kindertagesbetreuung ist kostenfrei, lediglich für Verpflegung und zusätzliche pädagogische Angebote können begrenzte Kosten entstehen. 

Informationen zur Medikamentengabe in Kindertagesstätten finden Sie hier.

Tagespflegestellen

Tagesmütter und -väter beaufsichtigen meist in ihren privaten Haushalten oder in angemieteten Räumen bis zu fünf Kinder. Die Gruppen sind überschaubar, familienähnlich und die Tagesmütter oder -väter verfügen über eine entsprechende Qualifikation. Kindertagespflege kann aber auch ergänzend zu einem Kitaplatz beantragt werden, wenn beispielsweise durch längere Arbeitszeiten zusätzliche Betreuung für das Kind benötigt wird.

Der erste Schritt zur Aufnahme in einer Kindertagespflege erfolgt wie bei den Kitas über den Antrag auf einen Kita-Gutschein beim zuständigen Jugendamt (Kita-Gutscheinstelle). Er gilt für die Kindertagespflegestellen und Kitas gleichermaßen. Auch Ihre Beteiligung an den Kosten, ob für einen Platz in einer Kindertagespflegestelle oder einer Kita, ist gleich. Bei der Suche nach der passenden Tagespflegestelle unterstützt Sie der Fachdienst Kindertagespflege in Ihrem Jugendamt. Dort wird auch der Betreuungsvertrag geschlossen.

Mobiler Kinderbetreuungsservice

Berlin bietet ein zusätzliches Betreuungsangebot, den Mobilen Kinderbetreuungsservice (MoKis). Dieser Dienst kann dann in Anspruch genommen werden, wenn die Eltern aufgrund besonderer Arbeits- oder Ausbildungszeiten auf eine Betreuung ihrer Kinder jenseits der regulären Öffnungszeiten von Kita oder Kindertagespflege angewiesen sind, z.B. in den frühen Morgen- oder späten Abendstunden oder an Sonn- und Feiertagen. Ein Antrag auf ergänzende Kindertagespflege kann beim zuständigen Jugendamt beantragt werden. 

Heilpädagogische Gruppen

Für vier Kindertageseinrichtungen in freier Trägerschaft gilt die "Kita-Rahmenvereinbarung - besondere Gruppen", die zwischen dem Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverband, Landesverband Berlin e.V. und dem Land Berlin geschlossen wurde. Diese Vereinbarung gilt für Kinder mit Behinderungen in "besonderen Gruppen mit spezifischer Prägung" und betrifft ausschließlich folgende Einrichtungen:

Die Heilpädagogischen Gruppen arbeiten nach einem je eigenen Förderkonzept um Kinder mit spezifischen Krankheitsbildern oder Beeinträchtigungen (Frühkindlicher Autismus, Cerebralparese u.a.) gezielt zu fördern.  

Kindertagesbetreuung
Wichtige Informationen zur Kindertagesbetreuung finden Sie auf den Seiten der Berliner Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie:
DaKS – Dachverband Berliner Kinder- und Schülerläden e. V.
Im DaKS sind Kinder- und Schülerläden, Kitas, Horte und freie Schulen organisiert. Hier werden auch Kinderladen- und Kitaplätze vermittelt.
Kindertagesförderungsverordung
Mit der Kampagne "Leben mit außerklinischer Intensivpflege ist vielfältig" möchte der GKV-IPReG ThinkTank bundesweit darauf aufmerksam machen, dass auch Menschen, die außerklinische Intensivpflege benötigen, ein würdevolles und selbstbestimmtes Leben möglich ist. Voraussetzung sind die entsprechende fachpflegerische Unterstützung und nötige Assistenz.