Teilhabefachdienst Jugend

Erste Anlaufstelle für die Beantragung rund um Leistungen für Menschen mit Behinderungen sind in Berlin die Teilhabefachdienste. Der Teilhabefachdienst Jugend ist zuständig für die Leistungen der Eingliederungshilfe für Kinder und Jugendliche bis zur Volljährigkeit. Der Dienst befindet sich im Jugendamt.

Der Teilhabefachdienst Jugend berät Familien mit Kindern, die eine Behinderung haben zu Fördermöglichkeiten und zu ihrem jeweiligen Anspruch auf Leistungen der Eingliederungshilfe. Aufgabe der Eingliederungshilfe ist es, eine drohende Behinderung abzuwenden, eine vorhandene Behinderung oder deren Folgen zu mildern und den Kindern eine bessere Teilhabe am Leben der Gemeinschaft zu ermöglichen. Voraussetzung ist die Zugehörigkeit zum Personenkreis nach § 99 SGB IX (i.V.m. § 53Abs. 1 S. 1 SGB XII in der am 31.12.2019 geltenden Fassung), also Kinder und Jugendliche mit einer körperlichen, geistigen oder mehrfachen Behinderung, die in ihrer Teilhabe am Leben in der Gemeinschaft wesentlich beeinträchtigt sind. Kinder und Jugendliche mit einer seelischen Behinderung sind nach § 35a SGB VIII anspruchsberechtigt.

Folgende Leistungen können beispielsweise beantragt werden:

Leistungen zur Sozialen Teilhabe
• Heilpädagogische Leistungen und Leistungen zur Früherkennung und Frühförderung für Kinder mit Behinderung
• Leistungen zum Erwerb und Erhalt praktischer Kenntnisse und Fähigkeiten
• Leistungen zur Förderung der Verständigung (z.B. bei wesentlichen Hör- oder Sehbehinderung oder wegen Taub- bzw. Blindheit)
• Leistungen zur Unterstützung der Mobilität
• Hilfsmittel
• Assistenzleistungen
• Einzelfallhilfe
• Leistungen zur Betreuung in einer Pflegefamilie
• Leistungen zum Selbständigen Wohnen

Leistungen zur Teilhabe an Bildung, z.B. schulunterstützende Einzefallhilfe, Hilfsmittel oder (Gebärden-) Sprachdolmetscher


Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben

In einem Gesamtplanverfahren wird gemeinsam mit dem Kind und seiner Familie der individuelle Bedarf ermittelt und überlegt, welche Leistungen hilfreich wären. Die Ergebnisse werden in einem Gesamtplan verschriftlich und spätestens alle zwei Jahre geprüft.

Zeigt sich hierbei, dass ein Kind Hilfen von anderen Rehabilitationsträgern (z.B. der Krankenkasse, der Unfallversicherung oder der Bundesagentur für Arbeit) erhalten kann, muss der Teilhabefachdienst darauf hinweisen und soll diese Stellen mit einbeziehen werden diese mit einbezogen. Zudem können beim Teilhabefachdienst auch andere staatliche Hilfen beantragt werden, z.B.

• Hilfe zur Pflege nach SGB XII
• Leistungen nach dem Landespflegegeldgesetz für Kinder und Jugendliche mit einer wesentlichen Hör- oder Sehbehinderung oder wegen Taub- bzw. Blindheit

Die Leistungen werden teils unabhängig und teils abhängig vom eigenen Einkommen und Vermögen erbracht. Eltern volljähriger Menschen mit Behinderung müssen sich jedoch seit 1. Januar 2020 nicht mehr an den Kosten der Eingliederungshilfe beteiligen.


Die Zuständigkeit liegt in Berlin beim Jugendamt des eigenen Bezirkes.

 

Rechts finden Sie unter "Dokumente" das Rundschreiben Nr. 1 / 2020 der Senatsverwaltung Bildung, Jugend und Familie zur Umsetzung des Bundesteilhabegesetzes im Bereich Jugend in Berlin. Hier finden sich viele wertvolle Hinweise, die auch für Eltern und Fachkräfte von wesentlicher Bedeutung sind.

Adressen der Teilhabefachdienste Jugend
Berliner Jugendämter
Berliner Ausführungsvorschriften zur Eingliederungshilfe (AV EH)
Familienratgeber
Die wichtigsten Informationen zur neuen Eingliederungshilfe
Mit der Kampagne "Leben mit außerklinischer Intensivpflege ist vielfältig" möchte der GKV-IPReG ThinkTank bundesweit darauf aufmerksam machen, dass auch Menschen, die außerklinische Intensivpflege benötigen, ein würdevolles und selbstbestimmtes Leben möglich ist. Voraussetzung sind die entsprechende fachpflegerische Unterstützung und nötige Assistenz.